Israels Krieg gegen Gaza

Rede von Gerta Stählin (Münchner Friedensbündnis) bei der Kundgebung am 3.1.2009 auf dem Odeonsplatz

Pressemitteilung Münchner Friedensbündnis 16.1.2009 (Aufruf zum 17.1.2009)
Rede 17.1.09: Christoph Steinbrink (PDF 24k) - Rolf Verleger's Text (... dort zu suchen) - Rede 10.1.09: Magdi Gohari
Erklärung Palästinensische Gemeinde 29.12.2008 - Pressemitteilung Münchner Friedensbündnis 31.12.2008
Reden 3.1.2009: Gerta Stählin - Walter Listl - Jürgen Jung


Ich bringe euch Grüße vom Münchner Friedensbündnis

wir haben uns mal vorgestellt, wie es uns ginge, wenn nach dem Weltkrieg 1945 die Besatzungsmächte 72 % des vormaligen deutschen Reiches für sich beansprucht hätten. wenn den Deutschen 28 % des Gebietes offiziell blieben, allerdings von fremden Siedlungen immer mehr durchlöchert, von den Besatzern dominiert. kontrolliert, isoliert. Wenn dann eine demokratische Wahl nicht anerkannt und ein Drittel der gewählten Angeordneten verhaftet würden, weil den Besatzern deren Einstellung nicht paßte.

Würden die Detschen dann ruhig bleiben und sagen: "Das ist nun so, da kann man nichts machen"?
Ganz sicher nicht.

Und wenn dann ein sehr dicht besiedelter Teil des Reststaates abgeriegelt, wenn die Lieferung von lebenswichtigen Gütern wie sauberes Wasser, Strom, Lebensmitteln und Medikamenten unterbunden würde - ?

Dann - spätestens dann! - würden die Deutschen entschlossen für ihr Überleben und ihre Freiheit kämpfen.
Warum wird Palästina mit anderen Maßen gemessen?

Ich schäme mich für die Haltung meiner Regierung, besonders in diesen Tagen. Die deutsche Regierung ist nicht ahnungslos. Nein, ihr fehlt der Mut, deutlich und klar für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in Palästina einzutreten.
Die besondere Beziehung, die Deutschland zu Israel und den Juden hat, verpflichtet uns nicht, alles gutzuheißen, was der Staat Israel macht. Wenn Deutschland ein ehrlicher Freund Israels wäre, müßte es sagen:
Halt! Was heute in Gaza geschieht, ist nicht nur ein zum Himmel schreiendes Unrecht an den Palästinenern, sondern es schadet ebenso Israel. Die israelische Bevölkerung wird keinen Frieden finden, solange dieser Staat seine Stärke militärisch durchsetzen will und seine Nachbarn unterdrückt.

Darum fordern wir: Sofortige Einstellung der Kampfhandlungen in Gaza - auf beiden Seiten!