Münchner Friedensbündnis   misstraut der Kriegspropaganda!

Münchner Friedensbündnis  - c/o Friedensbüro e.V., Isabellastr. 6, 80798 München
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Grundsätze und Ziele


Im Münchner Friedensbündnis finden sich Gruppen und Initiativen zusammen, die sich für die Ziele Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einsetzen. Uns verbindet die Überzeugung, dass soziale Ungerechtigkeit, Gewalt und Krieg die Hauptursachen für menschliches Leid sowie eine Gefahr für den Fortbestand von Mensch und Umwelt darstellen.
Wir kommen aus Gruppen unterschiedlicher gesellschaftlicher und weltanschaulicher Herkunft und wollen im offenen Umgang miteinander diese Wurzeln auch gegenseitig anerkennen.

Positionen

Mit folgender Positionsbeschreibung möchten wir zu einer klaren, selbstbewussten und effektiven Arbeit beitragen, dies sowohl innerhalb des Bündnisses als auch in der Zusammenarbeit mit anderen.

Friede:
Friede ist für uns wesentlich eine Gesellschaftsstruktur, die auf Gerechtigkeit gründet und in der Konflikte als Chance zum Besseren angenommen und gewaltfrei ausgetragen werden. Friede ist Weg und Ziel, Mittel und Zweck zugleich. Ein „Friede“, der mit Gewalt erzwungen wird, ist für uns kein Friede, denn er trägt den Keim zu neuer Gewalt in sich.

Gewaltfreiheit:
Gewaltfreiheit bedeutet für uns die klare Entscheidung, auf verletzende Gewaltanwendung zu verzichten. Sie erwächst aus der Achtung der Würde des Gegenübers. Sie erfordert die Erkenntnis der Gewalt in ihrer physischen, psychischen, strukturellen und kulturellen Ausprägung. Sie erfordert die Emanzipation von ihr, in der eigenen Person, in der eigenen Gruppe, im eigenen Volk und in der ganzen Welt. Sie fußt auf persönlicher Entscheidung und begründet eine Gesinnung und ein Lebensprogramm. Sie strebt einen grundsätzlichen und damit auch einseitigen Gewaltverzicht in allen Beziehungen an, auch gegenüber jenen, die keine Gewaltfreiheit anstreben. Prüfstein ist die Art und Weise, wie Konflikte ausgetragen werden. Gewaltfreiheit bedeutet nicht Passivität und Unterwerfung, sondern impliziert den entschiedenen Widerstand gegen eine Gewalt- und Kriegskultur.

Pazifismus:
Wir verstehen darunter die Gesamtheit individueller und kollektiver Bestrebungen für eine friedliche und gewaltfreie Politik zwischen Staaten, Völkern, Ethnien, Religionsgemeinschaften, weltanschaulichen Gruppen und Minderheiten. Diese Politik sucht Frieden und Sicherheit durch Kooperation, im Bewusstsein, dass ein Miteinander besser ist als ein Gegeneinander. Sie sucht gewaltsame Strukturen abzubauen und dafür neue zu entwickeln, durch die ein gerechter Ausgleich zwischen Kontrahenten möglich wird. Deshalb verzichtet eine pazifistisch orientierte Politik vom Prinzip her auf alle militärischen Mittel, sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler und globaler Ebene. Das entschlossene Bemühen um Reduzierung der Drohpotenziale bis hin zur vollständigen Abrüstung und gleichzeitige Betonung von vertrauensbildenden Maßnahmen ist nach unserer Überzeugung der entscheidende Beitrag zur Befriedung in den internationalen Beziehungen und zu einer verbesserten Lebensqualität der Menschen.

Zivilgesellschaft:
Die Entwicklung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft stellt einen stetigen und nicht endenden Prozess dar. Dieser Prozess ist auf die Beteiligung möglichst vieler Menschen angewiesen. Die wesentlichen Werte in einer Zivilgesellschaft nach unserem Verständnis sind Gewaltfreiheit, Pazifismus, Menschenrechte und Verteilungsgerechtigkeit. Ihre Struktur ist netzartig. Dialog-Beziehungen mit Vereinbarungscharakter erhalten auf allen Ebenen gegenüber Weisungs-Beziehungen den Vorzug. Sie ist ferner gekennzeichnet durch Dezentralisierung und Partizipation in Staat und Wirtschaft. Sie beseitigt strukturelle Gewalt und entwickelt basisdemokratische Mechanismen zur politischen Willensbildung. Sie gibt einerseits dem Einzelnen Raum für Mitsprache und Mitgestaltung seines persönlichen und lokalen Lebensumfeldes, andererseits gibt sie auch Impulse für transnationale Vernetzungen. Dadurch wird demokratisches Verantwortungsbewusstsein auf breiter Basis angeregt und gestärkt und soziale Kompetenz erworben. Ihre Sicherheit gründet die Zivilgesellschaft auf ihre netzartige Beziehungsstruktur, auf individuelle Verantwortung und Zivilcourage, nicht auf militärische Mittel. Sie verteidigt ihre Institutionen und Werte mit den Mitteln der Sozialen Verteidigung wie Symbolhandlung, Demonstration, Boykott, Streik, Steuerverweigerung u.s.w.. Deshalb ist sie auch schwer zerstörbar oder durch Machthaber gewinnbringend beherrschbar.

Arbeitsweise

Verhältnis zum gesellschaftlichen Umfeld:
Unsere Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gilt gesellschaftlichen Zuständen und Entwicklungen. Wir beobachten und analysieren Entwicklungen, die zu sozialer Ungerechtigkeit, Krieg und anderen Formen der Gewalt führen. Die so gewonnenen Erkenntnisse sind wesentlicher Bestandteil unserer öffentlichen Stellungnahmen, Veranstaltungen und Aktionen. Dabei ist es uns ein wichtiges Anliegen, auf positive Alternativen hinzuweisen.
Friede als gesellschaftlicher Prozess kann nicht durch Friedensgruppen allein, sondern prinzipiell nur mit weiteren Teilen der Gesellschaft zusammen entwickelt werden. Dazu gehören auch Personen, Gruppen und Organisationen, die nicht bereit sind, unsere Positionen hinsichtlich Gewaltfreiheit, Pazifismus und Zivilgesellschaft zu teilen. Dabei dürfen aber die eigenen, oben dargelegten Positionen weder aufgegeben noch unkenntlich gemacht werden, denn so verlören sie ihre verändernde, friedensstiftende Kraft. Voraussetzung für unsere Friedensarbeit ist der achtungsvolle Umgang mit Andersdenkenden.

Aus unseren Positionen ergeben sich folgende Zielvorstellungen:

Kooperation
Zur Verwirklichung unserer Ziele arbeiten wir mit anderen friedens- und gesellschaftspolitischen Gruppierungen zusammen. Voraussetzung dafür ist, dass diese Gruppierungen bereit sind, die wesentlichen Prinzipien ihrer Arbeit mitzuteilen und dass ihre bisherigen Aktivitäten unseren oben beschriebenen Vorstellungen nicht im Wesentlichen widersprechen.

Dies bedeutet bei gemeinsam getragenen Veranstaltungen insbesondere Verständigung über:
Die Einhaltung von Absprachen halten wir für eine unabdingbare Voraussetzung für eine Zusammenarbeit.

Wenn über die hier genannten Punkte keine ausreichende Verständigung erzielt werden kann, sind auch Verfahrensweisen möglich, die das gemeinsame Ziel im Auge haben, aber der Verschiedenheit der Gruppierungen Rechnung tragen, zum Beispiel:

"Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden." (Hermann Hesse)