Ostermarsch München 2021

PEACE

Ostermarsch München 2021

Das Münchner Friedensbündnis rief auf zum Ostermarsch am Samstag, 3. April 2021

Neue Plätze!

#Ostermarsch #FriedensbuendnisMUC


- Ostermarschaufruf-Aufruf 2021
    (PDF-Download 2S. A4)
- zur Online-Unterstützung
- Unterstützerverzeichnis - zum Spendenkonto
- Texte und Meldungen
- Empfehlenswerter Video-Vortrag, Dank an IMI & FI TTT:
Jürgen Wagner (IMI): Corona-Profiteure: Bundeswehr und Rüstung?

-
Erich Kästner beim Ostermarsch 1961 auf dem Königsplatz
Überblick Ostermärsche bundesweit
Rückblick: spezieller Ostermarsch München 2020
Ostermontag 5.4.2021: "Ostermarsch Draußen mini"

Pressemitteilung Ostermarsch München 2021
Stellungnahme 2.4.2021 (pdf)
- Presse: BR,tz & Co. OM 2021
- Redebeiträge Königsplatz u.a.:
Matthias Gast - Claus Schreer - Lisa Poettinger - Thomas Lechner¹
- Dank an alle OstermarschteilnehmerInnen!


direkt zum Aufruftext

9:30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst in St. Johannes, Preysingplatz
11:00 Uhr Auftaktkundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz
  • Alles natürlich entsprechend mit Corona-Regeln
anschließend (11:20h) Demonstration zum Königsplatz
mit Samba Sole Luna
ca. 12:30 Uhr Abschlusskundgebung

dazu Infostände, Programm mit Musik und Ansagen
Bilder vom Tage: Günter Gerstenberg - Sonja Schmid ...



Aufruf zur Unterstützung 2seitig, Download PDF

Ostermarsch-Aufruf 2021

Ostermarsch München 2021
aktiv gegen Krieg! – engagiert für den Frieden!

Peace

Abrüsten statt aufrüsten!

Ostermarsch München 2021

Wir brauchen zivile Konzepte: Gegen die weltweite Armut und soziale Ungleichheit, gegen die globale Klimakrise und zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie. - Falsche Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit sind militärische Aufrüstung und der Konfrontationskurs der NATO gegen Russland und China. 2020 sind die weltweiten Militärausgaben auf die astronomische Summe von 1.830 Milliarden Dollar angestiegen. Davon entfallen 1.093 Mrd. Dollar allein auf die NATO-Staaten, 18- mal soviel wie die Ausgaben Russlands und 5-mal soviel wie die Chinas..

Atomwaffen abschaffen – für ein atomwaffenfreies Deutschland!
Am 22. Januar 2021 wurde mit dem Inkrafttreten des Atomwaffenverbots-Vertrags ein wichtiger Schritt im Kampf um die Abschaffung aller Atomwaffen erreicht. 86 Staaten haben inzwischen den Vertrag unterzeichnet, 51 haben ihn ratifiziert. Er verpflichtet die Vertragsstaaten, Atomwaffen weder zu entwickeln, zu besitzen, einzusetzen oder auf ihrem Territorium zu stationieren. Die Bundesregierung hält jedoch weiterhin an der Stationierung der US-Atombomben in Deutschland fest und lässt Bundeswehr-Piloten den Einsatz für den Ernstfall trainieren.Ein Einsatz dieser Atomwaffen würde die Wirkung der Hiroshima-Bombe um ein Vielfaches übertreffen.

Keine Killerdrohnen!
Die Bundesregierung will bewaffnete Drohnen für ihre Kriegseinsätze beschaffen und beteiligt sich an der Entwicklung europäischer Kampfdrohnen. Drohneneinsätze sollen die gezielte Tötung mutmaßlicher Gegner ohne eigenes Risiko ermöglichen. Im Drohnenkrieg der USA wurden so inzwischen ca. 12000 Menschen – großenteils Zivilisten – per Mausklick hingerichtet. Angeblich soll der Einsatz von Drohnen die deutschen Truppen im Ausland schützen. Der beste Schutz der Soldat*innen ist jedoch die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Soziale Sicherheit und Klimaschutz statt Milliarden für die Rüstung!
Die Militär- und Rüstungsausgaben Deutschlands erreichen im Jahr 2021 mit 53 Mrd. Euro einen neuen Rekord. Knapp 47 Mrd. entfallen auf den sog. Verteidigungshaushalt, weitere 6,25 Mrd. Sind in anderen Etats versteckt. Die angestrebten 2% des BIP würden eine weitere Steigerung bedeuten. Diese Milliarden werden jedoch gebraucht für das Gesundheits- und Bildungswesen, für Umwelt- und Klimaschutz, für den sozialen Wohnungsbau und im Kampf gegen die Covid-Pandemie.

Krieg ist die Fluchtursache Nr. 1
Kriege kosten unzählige Menschenleben, verwüsten ganze Welt-Regionen, rauben künftigen Generationen die Lebensgrundlage und vertreiben die Menschen aus ihren Heimatländern. Millionen Menschen sind auf der Flucht (UNHCR/2020: 79,5 Millionen). Sie fliehen, weil ihre Lebensgrundlagen zerstört wurden und vor Kriegen, die auch mit deutschen Waffen geführt werden. Doch die EU lässt tausende Schutzsuchende im Mittelmeer ertrinken. Wir wollen ein Europa der Solidarität, das den Flüchtenden Schutz und Hilfe bietet.

Meinungsfreiheit - Schutz von investigativem Journalismus
Dass die Rechtsstaatlichkeit zum Opfer politischer Interessen geworden sei, beklagt seit langem Nils Melzer, UN-Sonderbeauftrager für Folter, z.B. im Falle Julian Assange, der über Krieg und Kriegsverbrechen berichtete und nun seit über 10 Jahren seiner Freiheit beraubt ist. - Ein Präzedenzfall für die Pressefreiheit und Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates in der westlichen Welt.

Zivile Antworten statt Verschärfung von Konflikten!
Internationale Konflikte müssen entsprechend der UN-Charta „durch friedliche Mittel und ohne Androhung oder Anwendung von Gewalt beigelegt werden“. Der gefährliche Konfrontationskurs gegen Russland und China, ebenso wie die Politik des Regime-Change, die Politik der Erpressung mit völkerrechtswidrigen Embargos und Sanktionen muss beendet werden.

Verantwortungsvolle Politik für Deutschland würde heißen:

  • Die Bundesregierung unterzeichnet den Atomwaffenverbotsvertrag und setzt den Abzug der in Büchel stationierten US-Atomwaffen durch.

  • Deutschlands Außenpolitik dient der friedlichen Verständigung der Völker. Kooperation ersetzt Konfrontationspolitik. Alle Aufrüstungspläne werden gestoppt.

  • Alle Auslandseinsätze der Bundeswehr werden beendet. Sie haben mit Landesverteidigung nicht das Geringste zu tun.

  • Die Milliarden für Rüstung und Militär werden in das Gesundheits- und Bildungswesen investiert, in densozialen Wohnungsbau, in kommunale Infrastruktur, in den ökologischen Umbau und in die Alterssicherung und Pflege.

  • Die Beihilfe für die US-Angriffs- und Drohnenkriege wird beendet. Die US-Airbase Ramstein, die Kommandozentralen und alle US-Militär-stützpunkte in Deutschland werden geschlossen.

  • Rüstungsexporte werden gestoppt. Die Rüstungsindustrie wird auf zivile Produktion umgestellt.

Wir treten ein: für Frieden * für soziale Gerechtigkeit *
für die Bewahrung der Umwelt * gegen Nationalismus und Rassismus.


Das Münchner Friedensbündnis ruft auf zum

Ostermarsch am Samstag, den 03.04.2021


Bitte unterstützt den Ostermarsch und diesen Aufruf -> zur Online-Unterstützung (Formular) -
für diesen Aufruf erhoffen wir bis zum Ostermarsch auf möglichst viele Unterstützungen!

Spendenkonto: Friedensbüro e.V., IBAN: DE66 7001 0080 0041 0398 01 BIC: PBNKDEFF
Möglichst bitte Spenden - Einzelpersonen 10.-, Gruppen 25.- .. 50.- € oder (gerne!) mehr; Stichwort: "Ostermarsch"



Aktuelles auch zum Ostermarsch

(Weitere Hinweise willkommen)

Ostermarschaufruf 2021 unterstützen

Das Formular zur Unterstützung des Ostermarsch-Aufrufs 2021 - Hier auch als PDF zum Download - die aktuelle Unterstützerinnenliste

Bei Fragen zum Formular: bitte Email

Und bitte dran denken - guckt nach, ob Euer Spendenbeitrag schon geklappt hat ...

Unterstützerliste Ostermarsch München 2021

Hier sind die bisherigen Unterstützer_innen für den Ostermarschaufruf München 2021 aufgeführt:
- die Liste wird laufend aktualisiert - bis zum Ostermarschtermin.

PERSONEN: Klaus-Dieter Bornemann • Erika Bräunling • Adolf Caesperlein • Dorothe Dreher-Kausche • Astrid Ebeling • Richard Forward • Hans-Georg Frieser, Sprecher gewerkschafts- und kulturpolitischer AK Heinz Huber der ver.di Senioren • Hannelore Hornburger • Helmut Kaiser • Emmi und Helmut Menzel • Alexandra Motschmann • Brigitte Obermayer • Alpan Önder (ÖDP) • Katharina Oßner • Elfi Padovan • Walter Ruf • Lili Schlumberger-Dogu • Miriam Schlumpberger • Dr. Bertram Schneeweiß • Mechthild Schreiber • Erhard Seiler • Ulla Verchmin • Rosemarie Wechsler • Brigitte Weiß • Kerstin und Ingolf Wunderlich •

ORGANISATIONEN/GRUPPEN: Aktionsbündnis gegen die NATO-"Sicherheits"konferenz • Bikeforpeace-and-new-energies e.V. i.G. • DIE LINKE MünchenDKP MünchenGEW Stadtverband MünchenMünchner Bündnis gegen Krieg und RassismusNord-Süd-Forum München e.V.ÖDP Stadtverband München • SDAJ-München • ver.di Bezirk München

mit Trägerkreis1: Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegnerlnnen (DFG/VK)Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIFF) • Frauen in Schwarz - Women in Black • IPPNW Regionalgruppe München und Oberbayern (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortunge)Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF)Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung (BIFA)Mütter gegen Atomkraft München e.V.Munich American Peace Committee (MAPC)Netzwerk Friedenssteuer Gruppe MünchenPax Christi MünchenVereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten • Welt ohne Kriege e.V. (27/21 3.4.2021)
  • 1. Die Gruppen vom TRÄGERKREIS MÜNCHNER FRIEDENSBÜNDNIS sind automatisch dabei!

Pressemitteilung: Ostermarsch München 2021

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Münchner Ostermarsch 3. April 2021

"Aktiv gegen Krieg! – Engagiert für den Frieden! – Abrüsten statt Aufrüsten“

Nach Angaben des bundesweiten Netzwerks Friedenskooperative werden bei den Ostermärschen 2021 Demonstrationen und Aktionen in rund 90 Orten stattfinden. Im Mittelpunkt der traditionsreichen Ostermärsche steht in vielen Städten die Forderung nach einer Abkehr vom - von der NATO beschlossenen - Zwei-Prozent-Ziel für Militär- und Rüstungsausgaben.

In München findet der Ostermarsch traditionsgemäß am Ostersamstag statt, in diesem Jahr am 3. April.
Die Veranstalter bitten um die Einhaltung der Coronaregeln (Masken und Abstand).

Nachdem das Kreisverwaltungsreferat die Innenstadt für Demonstrationen gesperrt hat, findet der Ostermarsch in München – anders als ursprünglich geplant – wie folgt statt:

09.30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in St. Johannes, Preysingplatz
 
11:00 Uhr: Auftaktkundgebung Geschwister-Scholl-Platz (U-Bahn Universität)
11.30 Uhr: Demonstration über den Odeonsplatz
12:30 Uhr: Abschlusskundgebung Königsplatz

Dort endete auch vor 60 Jahren der erste Ostermarsch in München. Die Rede auf der Abschlusskundgebung hielt damals Erich Kästner.

Hier der vollständigen Aufruf und unsere Forderungen

Brigitte Obermayer, Münchner Friedensbündnis

Münchner Friedensbündnis - Trägerkreis: Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegnerlnnen (DFG/VK) • Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF) • Frauen in Schwarz - Women in Black • Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung IPPNW e.V. • Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) • Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung (BIFA) • Mütter gegen Atomkraft München e.V. • Munich American Peace Committee (MAPC) • Netzwerk Friedenssteuer Gruppe München • Pax Christi München • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten • Welt ohne Kriege e.V.

Claus Schreer 3.4.2021 Königsplatz Ostermarsch München

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Claus Schreer zu 60 Jahren Ostermarsch München

Ostermarsch München Königsplatz - Rede Claus Schreer

Liebe Teilnehmer und Teilnehmer*innen des heutigen Ostermarsches

Vor 60 Jahren fand der erste Ostermarsch in München statt. Ich bin politisch aktiv geworden, als 1957 achtzehn führende Atomphysiker, darunter 3 Nobelpreisträger mit ihrem berühmten „Göttinger Manifest“ die Öffentlichkeit über die Gefahren eines Atomkrieges alarmierten und vor einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr warnten.

Bereits 1955 hatten die USA – unter strengster Geheimhaltung – damit begonnen, atomare Kurzstrecken-Raketen in Westdeutschland zu stationieren. Die damalige Bundesregierung unter Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß forderte gemeinsam mit der Bundeswehrführung die Verfügungsgewalt über diese Atomwaffen.

Daraufhin entstand mit der Kampagne „Kampf dem Atomtod“ – eine bundesweite Protestwelle gegen die atomare Aufrüstung – mit damals hunderttausenden Teilnehmern in der Bundesrepublik und drei Jahre später begannen die Ostermärsche der Atomwaffengegner.

Vorbild für die Ostermärsche war damals der Aldermaston-Marsch, der von London aus zum 80 km entfernten Atomwaffenzentrum Aldermaston führte.

Ich war damals Mitglied der Internationale der der Kriegsdienstgegner und 1961 organisierten wir in München den ersten Ostermarsch. Er an der KZ-Gedenkstätte in Dachau und endete am Königsplatz in München. Die BILD-Zeitung erschien an diesem Osterwochenende mit der Schlagzeile: „Atomverrat beim Ostermarsch“.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem dem Königsplatz sprach der Schriftsteller Erich Kästner. Er zitierte die Aussage des Atomphysikers Carl Friedrich von Weizsäcker, ein Atomkrieg werde etwa eine Milliarde Menschen töten und Millionen Menschen verstrahlen. „Entweder wird das technische Zeitalter den Krieg abschaffen, oder der Krieg wird das technische Zeitalter abschaffen“.

Diese Vorhersage eines deutschen Atomphysikers – sagte Erich Kästner – sei tausendmal realistischer als der Traum deutscher Generäle, Westdeutschland und die westliche Weltbei Hof und Helmstedt mit Atomwaffen zu verteidigen.

Die ca. 6 000 taktischen US-Atomwaffen, die in den 1960er Jahren in Westdeutschland stationiert waren und die im Ernstfall auf dem Gebiet der DDR oder der BRD zum Einsatz gekommen wären, wurden schließlich, ebenso wie die Pershing-II Mittelstrecken-Raketen – nicht zuletzt durch den jahrzehntelangen Kampf der Friedensbewegung – bis zum Ende des „Kalten Krieges“ abgezogen.

Übrig geblieben sind bis heute die auf dem Bundeswehr-Luftwaffenstützpunkt in Büchel stationierten US-Atombomben.

Die Bundesregierung genehmigt nicht nur die Stationierung dieser Atomwaffen, sondern lässt auch Piloten der Bundeswehr den Atomwaffeneinsatz für den Kriegsfall trainieren.
Uns und der Öffentlichkeit erzählt sie das Märchen, dass für die Entscheidung über den Abzug der Atomwaffen die USA und NATO zuständig seien.
Aber, ob Massenvernichtungswaffen in Deutschland stationiert werden und ob die Bundeswehr im Ernstfall Atombombenangriffe gegen Russland führt das hat weder die US-Regierung noch die NATO zu entscheiden.

Das zweite Märchen der Bundesregierung ist die Behauptung, die in Büchel stationierten Atomwaffen würden die Sicherheit Deutschlands und Europas garantieren.

Von welcher Sicherheit reden die da? Jeder Einsatz dieser Atomwaffen - unter welchem Vorwand auch immer - würde Europa in eine atomare Wüste verwandeln.

Liebe Freundinnen und Freunde

Keine Atomwaffen auf deutschem Boden diese Losung der Ostermärsche von 1961 gilt heute immer noch. Es liegt in unserer Hand, die derzeitige und jede zukünftige Bundesregierung daran hindern, sich an der Atomkriegsplanung der USA zu beteiligen.

Erich Kästner endete 1961 seine Rede mit den Worten: „Unser friedlicher Streit für den Frieden geht weiter, im Namen des gesunden Menschenverstands und der menschlichen Phantasie. Resignation ist kein Gesichtspunkt“.

Das gilt heute genauso wie vor 60 Jahren. Lasst uns weiterhin aufstehen, gegen Kriegsvorbereitung und die Milliarden-Verschwendung für militärische Aufrüstung
nicht nur heute und morgen, sondern solange, bis dieser Aufrüstungswahnsinn endlich beendet wird und alle Atomwaffen verschrottet sind.

Lisa Poettinger 3.4.2021 Königsplatz Ostermarsch München

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Ostermarsch München Königsplatz - Lisa Poettinger, Extinction Rebellion

Hallo alle miteinander!

Mein Name ist Lisa, ich bin Aktivistin bei der Klimagerechtigkeitsbewegung Extinction Rebellion. Danke, dass wir hier heute sprechen dürfen. Wir sind heute hier, denn: Ohne Klimagerechtigkeit wird es keinen Frieden geben und ohne Frieden auch keine Klimagerechtigkeit! Uns wird immer wieder suggeriert, wir müssten uns vor ‚anderen‘ Ländern und ‚anderen‘ Menschen schützen. Aber: In Wirklichkeit bedroht doch die Klimakrise unser Leben.

Die Umwelt- und die Klimakrise führen zu Naturkatastrophen, Hitzewellen, Dürren, Meeresspiegelanstieg, einem Massenaussterben der Arten – kurz gesagt: Sie führen ebenso wie Kriege auch zur Zerstörung unserer Lebensgrundlage! Weltweit werden Trinkwasser, Nahrung und Lebensraum immer knapper – dadurch entstehen soziale Konflikte. So hat zum Beispiel die Dürreperiode im Nahen Osten unter anderem zum dortigen Bürgerkrieg geführt. Der Einsatz für Klimagerechtigkeit bedeutet also immer auch den Einsatz für Frieden!

Statt sich entsprechend für Klimagerechtigkeit einzusetzen, versteht das US Verteidigungs-ministerium die Klimakrise als „Gefahr für die nationale Sicherheit“ und antwortet auf diese mit mehr Aufrüstung. Die massenhaften Menschenopfer durch Kriege sollten eigentlich schon Grund genug sein, Rüstung abzulehnen. Der „Kollateralschaden“ geht dabei aber noch viel weiter:

Nach Einschätzungen des Stockholmer International Peace Research Instituts gehen ein Viertel der derzeitigen Umweltschäden auf das Militär zurück: Flugzeuge, Raketen, Munition, Sprengkörper usw. führen zu einer massiven Verseuchung von Luft, Boden und Wasser. Für militärische Infrastruktur werden Wälder gerodet und Lebensraum versiegelt. Kriege folgen einer perversen, menschenverachtenden Logik: So umfassen Kriegsstrategien die Verbrennung von Feldern, die Vergiftung von Gewässern, die Zerstörung des Landes und der Infrastruktur. Für den Wiederaufbau dieser und für die Rüstungsproduktion werden Ressourcen verwendet, die wir aber doch für einen sozial-ökologischen Systemwandel brauchen!

Wenn Menschen auf Menschen feuern, befeuern sie die tödliche Erderhitzung: Das US Militär emittiert jährlich etwa 73 Mio. Tonnen CO2. Das ist mehr als der gesamte afrikanische Kontinent ausstößt. Und damit stößt unser toxisches System uns in einen Teufelskreis aus Kriegen und Klimakrise, Klimakrise und Kriegen. Diesen Teufelskreis können wir nur mit internationaler Solidarität durchbrechen! Die Klimakrise als globales Problem kann nur gemeinsam gelöst werden!

Aber warum sollten Länder, die sich mit Aufrüstung und Konfrontationspolitik bedrohen, bei einer der drängendsten Fragen der gesamten Menschheit gut zusammenarbeiten? Umwelt- und Klimagerechtigkeit können also nur mit Abrüstung einhergehen. Es sind nicht ‚andere‘ Länder, die uns bedrohen. In Wirklichkeit bedroht die Klimakrise und das toxische System unser Leben. Anstatt also wie letztes Jahr etwa 50 Mrd. Euro in Rüstung zu stecken, sollte Deutschland das Geld in die sozial-ökologische Transformation investieren. Nur damit garantiert die Regierung unsere Sicherheit.
Ohne Klimagerechtigkeit wird es keinen Frieden geben und ohne Frieden auch keine Klimagerechtigkeit! Danke.

Matthias Gast 3.4.2021 Königsplatz Ostermarsch München

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Ostermarsch Auftaktrede, 12.35 Uhr Königsplatz - Matthias Gast

 

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

vor 60 Jahren fand in München der erste Ostermarsch statt. Er begann an der KZ-Gedenkstätte in Dachau und endete genau hier – am Königsplatz. Zentrales Thema waren die Atomwaffen. In den 60ern lagerten ca. 6.000 Atomwaffen allein in Westdeutschland.

Dieses Jahr ist ein historisches Jahr für Atomwaffengegner. Am 22. Januar trat der Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft. Damit sind Atomwaffen jetzt völkerrechtswidrig. Der Vertrag wurde 2017 von 122 Mitgliedsstaaten der UN-Generalversammlung verabschiedet und bis heute von 52 Staaten ratifiziert. Obwohl 92 % der Deutschen die US-Atomwaffen ablehnen und der Abzug der US-Atomwaffen in Büchel bereits 2010 im Bundestag beschlossen wurde, ist Deutschland dem Vertrag nicht beigetreten. Ein Grund mehr nach 60 Jahren wieder hier zu stehen!!

2021 ist auch das Jahr der Coronakrise und ich kann sagen: Wir hatten immer Recht. Wir haben andauernd gesagt: rüstet ab und steckt das Geld in die soziale Sicherheit. Die Bundesregierung ignorierte das. Für unsere Sicherheit kaufte sie Panzer, Flugzeuge und Drohnen. Deutschland hat in den Tod investiert, nicht in das Leben. Der Rüstungsetat liegt mittlerweile bei 53 Milliarden Euro. Deutschland ist bis an die Zähne bewaffnet und eine Hochburg der Rüstungskonzerne. Bereit jedem Feind zu trotzen. Und jetzt kommt ein Virus, für das menschliche Auge nicht mal sichtbar, und all ihre Waffen und Sicherheitskonzepte nützen gar nichts.

Mehr Geld für die Pflege hätte geholfen. Kinderfreundlichere Arbeitsbedingungen hätten geholfen. Und auch eine solidarische Gesellschaft hätte geholfen.

Liebe Bundesregierung, wir hatten Recht und ihr hattet Unrecht!!

Solidarität ist leider zum Fremdwort geworden. Hier ein paar Beispiele:

  1. Ausnahmen beim Patentrecht sind unmöglich, selbst wenn es dem Wohl der gesamten Menschheit dient, besonders der ärmeren Hälfte unserer Welt, weil man am Patent verdienen will.

  2. Die acht größten Lebensmittelkonzerne zahlten letztes Jahr zehnmal mehr an Aktionäre aus als die UNO benötigt, um den weltweiten Hunger zu stoppen.

  3. Moderne Sklaverei, 6.500 Tote bei den Bauarbeiten der Stadien oder die Unterdrückung der Frauen werden eine Fußball-WM in Katar nicht aufhalten.

  4. Während kleine angeschlagene Unternehmen auf ihre Hilfspakete warten, beabsichtigt die Bundesregierung Teile des Konjunkturpaketes in die Rüstung zu stecken.

  5. In Griechenland sitzen derzeit 27.000 Flüchtlinge an 18 Orten fest. Eigentlich eine verschwindend geringe Zahl. Man spricht aber schon wieder von einer Migrationskrise.

Ich sage: die einzige Krise, die wir haben, ist eine Solidaritätskrise auf Kosten der Armen und Schwachen!
 

Krieg, Hunger, Armut und Flucht sind praktisch aus den Medien verschwunden. Sie waren die ersten Opfer des Coronavirus. Der Völkermord im Jemen, Terrorismus im Irak, ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer oder Folter in Guantanamo. Die Tragödien dieser Welt sind alle noch da, aber nicht mehr präsent.

Stattdessen tagelange Berichterstattung über ein Containerschiff, dass den Suezkanal blockiert. Schließlich passieren hier ein Drittel der weltweit gehandelten Waren. Tagelang warteten unsere Waren aus Ausbeuterbetrieben in Asien darauf nach Deutschland zu kommen, damit sie letztlich in einem Lager von ausgebeuteten Amazon-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in kleine Schächtelchen verpackt werden und in Rekordzeit von ausgebeuteten Lieferbetrieben zugestellt werden können. Wenn sich dieses Rad nicht dreht, ist das eine wahrlich beachtete Tragödie. Eine Tragödie für Investoren!!

Wozu ist Geld gut, wenn nicht, um die Welt zu verbessern?“, ein Zitat von Elizabeth Taylor. Unsere Welt basiert auf Konkurrenz und Konfrontation, nicht auf Solidarität und Kooperation. Die sieben führenden Industrienationen, bekannt als G7, werden in naher Zukunft von den sieben führenden Schwellenländern, die weniger bekannten E7, in ihrer Wirtschaftsleistung überholt. Wenn Konkurrenz nicht mehr hilft, ist die einzige Antwort, die unser System dafür vorsieht, die Konfrontation!

  1. Aus diesem Grund rüsten wir selbst in der Coronakrise auf. Letztes Jahr haben Union und SPD neue Rüstungsbeschaffungen im Wert von 9,3 Milliarden Euro durch den Bundestag gebracht.

  2. Aus diesem Grund möchte die NATO als Machtdemonstration gegenüber Russland trotz der Coronakrise 2021 ihr Großmanöver „Defender Europe“ durchführen. 28.000 Soldatinnen und Soldaten in über 30 Übungsgebieten in 12 Ländern. Selbstverständlich ohne Hygienekonzept.

  3. Aus diesem Grund verlängert die Bundesregierung im Rahmen der Rohstoffsicherheit die Auslandseinsätze der Bundeswehr. In Afghanistan für Lithium, in Mali für Uran, im Irak für Öl und die Sicherung der Handelsroute durch das Rote Meer.

  4. Aus diesem Grund kritisiert man die Pressefreiheit in Russland, nicht aber der Umgang mit Julian Assange, der wegen der Aufdeckung von Kriegsverbrechen und Korruption seit 11 Jahren kein freier Mann mehr ist.

  5. Aus diesem Grund beteiligt sich Deutschland mit Ramstein am US-Drohnenkrieg und stationiert in Büchel US-Atomwaffen. Der Abzug wäre leicht durchsetzbar, aber man ist zu feige der US-Regierung vor den Kopf zu stoßen. Liebe Bundesregierung, es ist Ostern, haben Sie doch endlich mal Eier!

  6. Aus diesem Grund möchte man den CO2-Ausstoß der Streitkräfte reduzieren, ohne auf Auslandseinsätze zu verzichten. Liebe Bundesregierung, Militär geht nicht umweltfreundlich. Krieg tötet Menschen, zerstört Lebensgrundlagen und Lebensräume. Krieg verbraucht enorme materielle und finanzielle Ressourcen. Krieg hinterlässt verbrannte Wälder, kontaminierte Böden und vergiftetes Grundwasser. Nicht zu vergessen, die verstrahlten Regionen durch Uranmunition.

Darum heißt unser Motto: Aktiv gegen Krieg! – Engagiert für den Frieden!

Liebe Freundinnen und Freunde, Ich danke euch!

#Ostermarsch #FriedensbuendnisMUC

Thomas Lechner 3.4.2021 Königsplatz Ostermarsch München

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Ostermarsch München Königsplatz - Beitrag Thomas Lechner (er war kurzfristig verhindert, wurde von Franz Haslbeck vorgetragen)

 

Liebe Friedensaktivistinnen und -aktivisten, liebe Muslime, Juden, Christ*innen und Menschen anderer Religionen sowie liebe Atheist*innen,
liebe Lesben, Transgender, Inter- und Bisexuelle, Schwule und sonstige Liebende,
liebe Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte…

Frieden ist eine Sache, die uns alle angeht, egal wo wir herkommen, woran wir glauben oder wen wir lieben. Dabei respektiert der Frieden den wir meinen alle Menschenrechte grundsätzlich und bedingungslos, baut auf demokratische Strukturen, zahlt in das Ge­mein­wohl ein und lässt sich nur global erreichen.
Wer hingegen nur nach Freiheit und Frieden ruft, weil er oder sie auf seine oder ihre Pri­vilegien nicht verzichten will, hat in unserer Mitte nichts verloren. Und wer mit Nazis, Reichsbürgern und Schwurblern aller Art in diesen Zeiten Polonaise tanzt ebensowenig. Wer wirklich für den Frieden kämpft, behauptet und inszeniert sich nicht als „das Volk“, sondern setzt sich auf allen Ebenen gegen jegliche Form von Diskrimi­nie­run­gen ein.
Wer sich heute hier weigert einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen, gefährdet andere, verhält sich also unsolidarisch und hat deswegen bei uns nicht zu suchen. Wer andere ausgrenzt oder in Worten oder Taten diskriminiert, hat diese unsere Kundgebung zu verlassen, selbst wenn er oder sie sich eine Friedenstaube ins Gesicht pinselt.

Erich Kästner sagte: „glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind heisst – Krieg.“
Dieser Satz gilt nach wie vor. Er bedingt dass man Krieg als die logische Folge von kapitalistischen Wettbewerben und Profitmaximierung versteht. Ein
echter Frieden basiert demzufolge auf Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit und deswegen brauchen wir zu seiner Durchsetzung nicht mehr und nicht weniger als eine sozial-ökologische Transformation. Sie muss unsere Antwort auf die verschiedenen kapitalistischen Krisen sein, welche im vergangenen Jahr durch Covid-19 sichtbar geworden sind.


Der kapitalistische Wettbewerb und Verteilungskampf um Impfstoffe z.B. verstärkt die Gegensätze zwischen armen und reichen Ländern; das in ihm liegende „wir zuerst!“ verschärft strukturellen Rassismus und verhindert die Solidarität der Vielen.
Dabei wurde der Begriff „Solidarität“ vor knapp einem Jahr – zu Beginn der Pande­mie – an einigen Stellen mit neuem Leben gefüllt: Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen, Solidarität mit den Alten, Pflegebedürftigen und Einsamen. Solidarität mit den durch die Pandemie buchstäblich auf der Strecke gebliebenen, den Geflüchteten.


„Leave no one behind“ wurde zum Leitsatz unseres Handelns, von München bis nach Moria, von den bosnischen Flüchtlingscamps bis zu den präkarisierten Vierteln in unseren Städten, von den Altenheimen bis an die libysche Küste. Leave no one behind bedeutet, dass wir - in unserem Ringen zur Überwindung der Krise - wirklich an ALLE denken, ALLE mitnehmen und ALLE mit einbeziehen. Das sollte und muss in ganz besonderem Maße für diejenigen gelten, die auf der Flucht vor Kriegen, Krisen und Umweltzerstörungen sind.


Tatsächlich gab es letztes Jahr eine Art Verschnauf­pau­se, Abschiebungen wurden ausgesetzt – andere Punkte der politischen Agenda waren tagesaktuell wichtiger. Aber jetzt, da wir uns langsam irgendwie an diese Krise „gewöhnen“ und mit ihr umgehen lernen, jetzt kommt der staatliche Verfol­gungs­apparat auf Touren: seit November wird wieder massiv abgeschoben, natürlich nach Afghanistan, aber auch in verschiedene Länder Afrikas, nach Pakistan, in den Iran oder in die von der Krise stark gebeutelten europäischen Länder wie Rumänien, Bulgarien, Griechenland oder auch Italien. Kurz vor seinem Abgang läuft der rassistische Innenminister Seehofer derzeit zu neuer Höchstform auf: er bahnt Abschiebungen nach Syrien an und lässt jeden Monat ein Flugzeug der Barbarian Airlines nach Kabul fliegen, obwohl das Auswärtige Amt Afghanistan nicht nur eine hohe Gefährdung durch Anschläge und Kriegshandlungen bescheinigt, sondern das Land auch als Hochinzidenzgebiet einstuft und den kompletten Zusammenbruch des dortigen Gesundheitswesens konstatiert. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrecht. Abschiebungen in Hochinzidenzgebiete sind deswegen klare Menschenrechtsverstösse. Wir brauchen jetzt ein Abschiebungsmorato­rium, zumindest für die Dauer der Pandemie!
 

Aktuelle Statistiken belegen, dass besonders viele Menschen mit Migrationsgeschich­te von schweren Krankheitsverläufen betroffen sind. Die Ausgrenzungsspezialisten in der Bundesregierung salbadern dazu twas von „mangelnden Sprachkenntnissen“ oder „geringen Anstrengungen bei der Integration“ und demonstrieren somit ihren staatlich-strukturellen Rassismus: denn nicht Herkunft oder Sprache entscheiden über einen schweren Krankheitsverlauf sondern Vorerkrankungen (z.B. aufgrund von Fluchterfah­run­gen) oder prekäre und enge Lebensverhältnisse.

 

Geflüchtete bleiben derzeit besonders häufig auf der Strecke. Sei es weil sie nach wie vor in sogenannten Ankerzentren, also Lagern, viel zu dicht gedrängt leben müssen und Abstand und Hygiene kaum konsequent umzusetzen sind. Sei es, weil es plötzlich kaum noch Ausbildungsplätze gibt und die Duldung vieler Geflüchteter an genau diesen hängt. Oder noch schlimmer: weil sie am Ende ihrer Ausbildung – abgehängt durch Home-Schooling und mangelnde digitale Infrastruktur in den Unterkünften – jetzt durch die Abschlussprüfungen rasseln und damit ihre Ausbildungsduldung verlie­ren.

Wenn Seehofer oder Hermann es so wollen, dann finden sich auf den Ab­schie­be­listen sogar junge Pflegekräfte oder solche die es eigentlich werden wollten. Was für eine bodenlose Schweinerei, unseren Krankenschwe­stern und Pflegekräften nicht nur bessere Arbeits­be­din­gun­gen zu verweigern, sondern ihnen obendrein einen Teil der wenigen Ausbildungswilligen per Abschiebung zu entziehen.

Seit einigen Jahren gibt es in München eine starke zivilgesellschaftliche Bewegung: wir haben Geflüchtete zu Tausenden am Hauptbahnhof empfangen und ihnen durch mannig­falti­ges Engagement das Ankommen erleichtert. Wir haben uns immer wieder den Nazis bei ihren Aufmärschen in den Weg gestellt. Wir haben uns 2018 bei #ausgehetzt gegen den Rassismus der CSU positioniert, wir haben uns gegen das neue Polizeiaufgabenge­setz – also gegen einen Ausbau autoritä­rer Strukturen – engagiert, wir waren letzten Juni trotz Pandemie mit Zehntausenden auf der Strasse, als in den USA George Floyd ermordet wurde: Black Lives Matter – auch bei uns!

Wir erleben derzeit viele Formen von Arbeitskämpfen: im öffentlichen Nahverkehr und bei der IG Metall, nach Entlassungen bei Benko/Kaufhof und bei den Protesten von Erzieher*innen oder bei den Beschäftigten des Gesundheitswesens. Dazu zeichnet sich eine neue studentische Bewegung ab, die sich gegen eine Reform der Hochschulen richtet, welche den Lehrbe­trieb nur noch an Wirtschaftsinteressen ausrichten und demokratische Mitbestim­mungs­rechte abschaf­fen will. Es gibt also eine Menge von Auseinandersetzungen, in denen wir uns solidarisch zeigen können, in denn wir uns solidarisch zeigen müssen.

Und dann gibt es noch das andere Gesicht unserer Stadt: das der Rüstungs- und Waffen­lobby; das jedes Jahr die NATO-Sicherheitskonferenz durchführt und auf dessen Stadt­ge­biet ca. 25% der deutschen Rüstungsindustrie liegt. Hier müssen wir stärker, lauter und mehr werden und eine Konversion der Betriebe von Kraus-Maffei, MTU und Kon­sor­ten durchsetzen. Also: Arbeitsplätze erhalten und dabei nichts produzieren, was Kriegs­politik oder Waffenhandel befördert. Wir müssen den Druck auf unseren Oberbür­ger­meister erhöhen, der als Mitglied der „Mayors For Peace“ öffentlich praktisch nicht in Erscheinung tritt, genau so wenig wie er das Projekt „München als sicherer Hafen“ vorantreibt, obwohl dieses vom Stadtrat mehrheitlich beschlossen wurde.

Der Ostermarsch in München jährt sich heute zum 60. Mal. Und seine zentrale Botschaft gilt heute genau so sehr wie vor 60 Jahren: wir müssen für den Frieden laut werden, er wird uns nicht in den Schoß fallen und schon gar nicht, wenn wir ihn so verstehen, wie ich ihn eingangs definiert hatte: als sozialen Frieden innerhalb und zwischen den verschiedenen Gesellschaften. Wer immerwährendes Wirtschaftswachstum als politische Devise ausgibt, kann dies nur über Zerstörung und Wiederaufbau erreichen. Diese kapita­listi­sche Wachstumslogik müssen wir endlich überwinden und selten waren die Voraussetzungen dafür klarer und offensichtlicher als in den Zeiten einer Pandemie:
die Schwächen dieses Wirtschaftssystems liegen offen vor uns und seine mannigfaltigen Krisen provozieren laufend neue Kämpfe und Auseinandersetzungen. Wenn wir das zusammen denken, uns aufeinander beziehen und unsere Kämpfe gemeinsam führen, dann (und nur dann) haben wir eine Chance auf eine bessere Welt, auf eine friedliche Welt. Wer sich im Jahr 2021 als Pazifist*in engagiert, muss sich gleichzeitig für die Belange von Klima und Ökologie einsetzen, sich für eine Aufhebung des Patentschutzes von Impfstoffen gegen Covid-19 stark machen, die Bewegungen der Arbeiter*innen und Student*innen unterstützen, den Kampf gegen Armut und Wohnungslosigkeit in einer Mieter*inneninitiative stärken, gegen Rassismus und Diskriminierung und für soziale Gerechtigkeit eintreten und und und…

 

Dabei ist es nicht nur richtig, unsere Kämpfe zusammen zu führen; wir haben doch gar keine andere Wahl um den Krieg als unseren „einzigen Feind“ im Sinne Kästners niederzuringen. Und dennoch möchte ich es positiver formulieren und auch dabei ist Erich Kästner behilflich, von ihm stammt nämlich auch der Ausspruch:
„es gibt nichts gutes – außer man tut es!“

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Dank an alle OstermarschteilnehmerInnen

Ostermärsche der Friedensbewegung bleiben Teil der politischen Kultur des Landes

Die Friedensbewegung konnte in diesem Jahr mit über 100 Veranstaltungen bundesweit wieder erfolgreich an die Tradition der Ostermärsche anknüpfen.
Schön war unser Münchner Ostermarsch, mit Unterstützung von Samba Sole Luna und den "Ruam" konnte man Corona fast vergessen.
Echte Musik, nicht aus der Konserve. Reden von Menschen, die sich über die herrschende Lage viele Gedanken gemacht haben.

Mit der Demoleitung, dem Zusammenwirken unserer OrdnerInnen und allen anderen die mitgeholfen haben, haben wir einen bunten Marsch zustande bekommen, der auch in den Nachrichten zu sehen war.

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen TeilnehmerInnen, bei den unterstützenden Organisationen, bei den RednerInnen und allen HelferInnen und nicht zuletzt bei der Technik bedanken.

Eine Ostermarschrede, die nicht in München gehalten wurde, die aber für die Friedensbewegung spricht, hielt Eugen Drewermann - Bitte anhören:
https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/013542.html (Video + Manuskript)

Bis zur nächsten Friedensaktion
grüßt das
Münchner Friedensbündnis

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Ostermarsch Königsplatz 1961: Rede Erich Kästner

Der 1. Münchner Ostermarsch war 1961 am Königsplatz, und ist nicht zuletzt auch durch die Rede von Erich Kästner in Erinnerung geblieben:

Das Kuratorium für den diesjährigen Ostermarsch hat mich gebeten, die süddeutsche Marschgruppe und die übrige Versammlung hier in München zu begrüßen, und ich habe ohne Zögern zugesagt. Mit schlechtem Gewissen nur insofern, als ich mich, wie ich weiß und Sie bald gemerkt haben werden, zum Versammlungsredner nicht eigne. Doch wenigstens in einem Punkte möchte ich hinter versierten Rednern nicht zurückstehen: Ich werde mit einem Goethe-Zitat beginnen, und zwar mit dem Zwiegespräch zweier selbstzufriedner Bürger in jener Szene aus dem „Faust“, die gemeinhin „Der Osterspaziergang“ genannt wird. Da sagt der eine Bürger:
„Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen / Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, / Wenn hinten, weit, in der Türkei, / Die Völker aufeinanderschlagen. / Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus / Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten; / Dann kehrt man abends froh nach Haus / Und segnet Fried und Friedenszeiten.“ Und der andre Bürger, dem das aus der Seele gesprochen ist, antwortet: „Herr Nachbar, ja! so lass ichs auch geschehn; / Sie mögen sich die Köpfe spalten, / Mag alles durcheinandergehn; / Doch nur zu Hause bleibs beim alten!“

Der Unterschied zwischen Osterspaziergängen, so beliebt sie noch immer sind, und den neumodischen Ostermärschen in England, in Dänemark, bei uns und anderswo mag groß sein. Doch der Unterschied zwischen dem gemütlichen Köpfespalten „hinten, weit, in der Türkei“ und der Kernspaltung ist noch ein bisschen größer. Warum marschieren denn Sie, die das Marschieren verabscheuen? Warum wohl setzt sich Bertrand Russell1, der Mathematiker, Nobelpreisträger und Philosoph, achtundachtzig Jahre alt, im Schneidersitz demonstrativ vors englische Verteidigungsministerium? Weil ihm und Ihnen und uns allen keine hübschere Art der „Freizeitgestaltung“ einfiele? Wir bedienen uns der Demonstration als eines demokratischen Mittels, die Regierungen und Parlamente an ihre Pflicht zu erinnern. Was werfen wir den Wichtigtuern und Tüchtigtuern demonstrativ vor? Lassen wir die großen Vokabeln getrost aus dem Spiel! Reden wir nicht von „Verrat am Christentum“ und ähnlich massiven Gegenständen. Wir sind ja keine pathetische Sekte, sondern nüchterne Leute. Deshalb werfen wir ihnen zweierlei vor: Mangel an Phantasie und Mangel an gesundem Menschenverstand. Ihr Mut und ihre Vorstellungen stammen aus Großmutters Handkörbchen. Ost und West spielen einen Dauerskat mit Zahlenreizen, als ginge es um die Achtel. Aber es geht ums Ganze!

Ich versage es mir, mich über die zwei Mangelkrankheiten zu verbreiten, woran die einen leiden und an denen alle anderen sterben könnten. Ich möchte Ihnen statt dessen vorlesen, was ein berufener Mann geschrieben hat. Ein Mann mit Phantasie und gesundem Menschenverstand, der außerdem, im Gegensatz zu mir, ein Fachmann ist. Ich meine Carl Friedrich von Weizsäcker2, den in Hamburg lebenden und lehrenden Atomphysiker und Philosophen. Er schreibt im Taschenbuch „Kernexplosionen und ihre Wirkungen“, dessen Vorwort am 18. März, also vor rund vierzehn Tagen, in der Zeitung „Die Welt“ abgedruckt worden ist:

„Entweder wird das technische Zeitalter den Krieg abschaffen, oder der Krieg wird das technische Zeitalter abschaffen … Die Entwicklung des technischen Zeitalters ist dem Bewusstsein des Menschen davongelaufen. Wir denken und handeln von Begriffen aus, die früheren Zuständen der Menschheit angemessen waren, den heutigen aber nicht. Wir könnten uns wahrscheinlich sehr viele überflüssige Anstrengungen ersparen, wenn wir etwas mehr Zeit und Kraft darauf verwendeten, uns die Lebensbedingungen unserer Welt in aller Ruhe klarzumachen … Beim Versuch einer sorgfältigen Abschätzung bin ich zu der Vermutung gekommen, dass ein Atomkrieg (mit vollem Einsatz der existierenden Waffen) vielleicht 700 Millionen Menschen töten würde, darunter den größeren Teil der Bevölkerung der Großmächte, die heute als Träger dieses Kriegs allein in Betracht kommen. Er würde wahrscheinlich einige weitere hundert Millionen mit schweren Strahlen- und Erbschäden zurücklassen. Bedenkt man die wahrscheinliche Wirkung eines solchen Vorgangs auf die Überlebenden, so wird man wohl vermuten müssen, dass sie bereit wären, zu jedem Mittel zu greifen, das die Wiederholung einer solchen Katastrophe zu verhindern verspräche. Vermutlich unterwürfen sie sich also einer Weltdiktatur, als deren Träger dann beim Kräfteverhältnis nach der weitgehenden Zerstörung der hochindustrialisierten Weltmächte Amerika und Russland am ehesten China in Betracht käme. Wer das durchdenkt, wird überzeugt sein, dass dieses Unglück vermieden werden muss, soweit das überhaupt in menschlichen Kräften steht. Er wird insbesondere erkennen, dass die Kultur und die bürgerliche Freiheit, die wir ja doch zu schützen wünschen, durch jenen Krieg aller Voraussicht nach zerstört werden würden! … Die Zukunft jeder einzelnen Nation wird davon abhängen, dass sich in jeder einzelnen Nation Menschen finden, die begreifen, dass Souveränität im alten Sinn heute unmöglich ist. Zu dem Missverstehen der Weltlage scheinen mir die vielfach sich regenden Wünsche nach einer nationalen Atomrüstung zu gehören.“

So weit Carl Friedrich von Weizsäcker. Ein Fachmann. Ein Mann mit gesundem Menschenverstand. Und ein Mann mit Phantasie, die nicht das mindeste mit Phantasterei zu schaffen hat. Ich muss gestehen, dass mir einige seiner Sätze den Atem verschlagen haben. Nicht seine Schätzung, ein solcher Atomkrieg werde an Toten und Verseuchten etwa eine Milliarde Menschen kosten. Ähnliche Ziffern haben auch andere Fachleute genannt. Auch seine Erwartung, Amerika und Russland würden im Doppelselbstmord enden, mitsamt den Gernegroßmächten in beiden Lagern, teilen wir ja wohl seit langem. Was mir den Atem benahm, war Weizsäckers Schlussfolgerung. Mich erregte die Konsequenz. Mich überwältigte die Logik seiner Phantasie. Viele unter uns, auch ich, haben immer nur das gigantische Leichenfeld vor Augen gesehen, aber niemals den gigantischen Erben! China! Das immense Land! Das riesige Volk! Und dessen Regierung, die Russland immer wieder zum harten Kurs gegen Amerika auffordert!

Phantasie? Nur Phantasie? Nun, diese Phantasie eines deutschen Atomphysikers ist tausendmal realistischer als der Routinetraum deutscher Generäle, Westdeutschland, wenn nicht gar die westliche Welt bei Hof und Helmstedt mit taktischen Atomwaffen zu retten. Die Herren haben bekanntlich den Ersten und den Zweiten Weltkrieg gewonnen. Denn wo nähmen sie sonst die großen Worte her? Welches Argument könnten sie sonst für ihre dritte Siegeszuversicht ins Treffen führen? Ins Atomtreffen? Ich wüsste keines.

Trotz solcher Sorge, verstärkt durch die Besorgnis, die SPD könne eines Tages in die CDU eintreten, haben wir einen neuen Grund zur Hoffnung. Denn in Washington ist, im Zusammenhang mit der unsinnigen Formel, Kriege ließen sich durch Aufrüstung verhindern, ein für Militärtheoretiker ungewöhnliches Wort gefallen: das Wort „Zufall“! Man hat zwar die alte Formel nicht zum alten Eisen geworfen. Man hat aber verlautbart, dass sie per Zufall ungültig werden könne, und je größer der „Atomclub“ werde, um so größer werde die tödliche Gefahr des Zufalls. Den Gegnern der Atomrüstung hat man damit nichts Neues erzählt. Wir haben schon immer gemeint, ein Pilot oder wer immer brauche nicht nur deswegen wahnsinnig zu werden, weil er am Abwurf einer Atombombe schuld ist, sondern auch, weil er die Macht hätte, sie abzuwerfen, jedoch nicht die Erlaubnis hierfür, und dass er gerade deshalb auf den Zauberknopf drücken werde.

Vor ein paar Tagen, am 28. März, hat sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Leitartikel ihres Militärsachverständigen zum Thema geäußert. Herr Weinstein3 schreibt:

„Offiziell setzt sich Washington weiter für die Abschreckungstheorie ein; aber es ist auch bekannt, dass namhafte Militärtheoretiker die These vertreten, mit der Abschreckung allein ließe sich ein Krieg keineswegs mehr verhindern.“ Dann kommt er auf Henry Kissinger4, einen wichtigen Berater des Präsidenten, zu sprechen, und damit auf „eine Regierung, die nicht felsenfest davon überzeugt ist, dass das Gleichgewicht des gegenseitigen Terrors den Schrecken für alle verhindern kann … Die Gefahren sehen Kissinger und die ihm verwandten Geister“ – damit wird natürlich nicht zuletzt auf Kennedy5 angespielt – „in der Möglichkeit, dass ein großer Krieg durch Zufall ausbräche.“

Wenn eine der zwei Atom-Großmächte im Hinblick aufs jüngste Gericht der Technik das Wort von der zunehmenden Möglichkeit des puren „Zufalls“ öffentlich gebraucht, so kann sie dieses Wort nie wieder zurücknehmen. Vor ihrer Nation nicht. Vor keiner Nation, und nicht vor der Geschichte. Man muss in Washington wissen, was man, vernünftigerweise, angerichtet hat, und ich glaube, man wird wissen, dass man in Moskau neuerdings nicht anders, sondern genau so denkt. Sollten sich, vom Worte „Zufall“ angeregt, die beiden Zauberlehrlinge ehrlich auf den Spruch besinnen, der allein aus dem Teufelskreis herausführen kann? Sollten sie, wie der deutsche Atomphysiker in Hamburg, an die Zeit nach der Katastrophe denken? Zum Beispiel an die chinesische Erbschaft? Sollten sie rechtzeitig den gesunden Menschenverstand, die Phantasie und den Mut aufbringen, zu den Atombomben und deren Generalvertretern zu sagen: „Besen! Besen! / Seids gewesen!“?6

Das ist ein kleiner Lichtblick, aber noch kein Anlass zu einem feierlichen Dankgebet, zu einem bundesdeutschen Dankgebet schon gar nicht. Unsere Heerführer und deren Wortführer marschieren, wie Kinder nun einmal sind, munter Trompete blasend an der Tête der amerikanischen Wachtparade immer geradeaus. Sie merken in ihrem Feuereifer, in ihrem Atomfeuereifer, gar nicht, dass die Wachtparade um die Ecke biegen will. Dass sie womöglich schon um die Ecke gebogen ist. Werden sich die Kinder umdrehen? Und werden sie sich dann – umschauen?

Es ist ein kleiner Lichtblick, mehr nicht. Immerhin, das Wort Zufall ist nicht zurückzunehmen. Es steht in Feuerschrift an der Wand7, unauslöschbar, ein mächtiges Hilfszeitwort für unsere Sache. Unser friedlicher Streit für den Frieden geht weiter. Im Namen des gesunden Menschenverstands und der menschlichen Phantasie. Resignation ist kein Gesichtspunkt!

Quelle: http://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/1593 (Fußnoten übernommen)

  • 1. Der britische Mathematiker und Philosoph Bertrand Russell (1872-1970) trat nach dem Zweiten Weltkrieg öffentlich gegen die atomare Rüstung auf.
  • 2. Physiker und Philosoph (geboren 1912).
  • 3. Adelbert Weinstein, geb. 1916, von 1949 bis 1983 Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und deren militärpolitischer Korrespondent.
  • 4. Der spätere (1973-1977) amerikanische Außenminister (geboren 1923) lehrte seit 1952 an der Harvard University Politikwissenschaft und diente als Berater verschiedenen amerikanischen Präsidenten.
  • 5. Der amerikanische Präsident (seit 1961) John Fitzgerald Kennedy (1917-1963).
  • 6. Zitat aus der letzten Strophe von Johann Wolfgang Goethes Ballade „Der Zauberlehrling“.
  • 7. Anspielung auf die Ballade „Belsazar“ von Heinrich Heine, in der es heißt: „Und sieh! und sieh! an weißer Wand / da kam’s hervor, wie Menschenhand / Und schrieb, und schrieb an weißer Wand / Buchstaben von Feuer und schrieb und verschwand“