Vortrag und Diskussion mit Matthias Eickhoff vom
"Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen"
Was bedeutet der Verkauf der Firma URENCO (Uran Enrichment Company) in Westfalen für die zivil-militärische Produktion von hoch und niedrig angereichertem Uran?
Neben der Herstellung von Brennstäben geht es auch um die Technologie zur Atomwaffenproduktion.
Wer wird nach einem Verkauf Verantwortung tragen für die Verwendung der Uranprodukte und für die Lagerung enormer Mengen von atomarem Abfall?
Wenn Deutschland seine Atomkraftwerke in absehbaren Zeit abschaltet, wäre die Schließung der URENCO angesagt.
Siehe auch:
www.muenchner-friedensbuendnis.de/Brief-wg.-Urenco-Verkauf
Indymedia /2013/12/350841.shtml?
www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/energy/10438652/Plan-to-sell-U… (engl.)
.. auch als internationales Beispiel!
Die niederländischen Sorgen haben einen realen Hintergrund: In den 1970er-Jahren hatte der pakistanische Atomwissenschaftler Dr. Khan aus der Urananreicherungsanlage Almelo Blaupausen für den Bau von Urananreicherungszentrifugen entwendet und diese für den Bau der pakistanischen Atombomben verwendet.
„Jeder Verkauf von Urenco-Anteilen an Dritte vergrößert das Risiko einer Weiterverbreitung der militärisch bedeutsamen Urananreicherungstechnologie. Diese Technologie, mit der Uran für Atomwaffen hergestellt werden kann, eignet sich in keiner Weise für Börsengeschäfte und Wirtschaftsinteressen,“ so Dirk Seifert von Robin Wood.
Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sowie Robin Wood fordern deshalb von der niederländischen, britischen und deutschen Regierung ein klares Nein zum Urenco-Verkauf sowie die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau, Almelo und Capenhurst.
Im NRW-Koalitionsvertrag (Grüne/SPD) war die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau vereinbart worden - mit der Berliner Koalition ist das allerdings nicht leichter geworden, wenn es denn jemals ernst gemeint war ...
Deutschland braucht keine Urananreicherung und muss aus dem Nuklearsektor komplett aussteigen,“ so Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).
„Beim Thema Urananreicherung ist nur eine 'Null-Risiko'-Politik akzeptabel. Die jahrelangen Debatten mit dem Iran zur Urananreicherung sowie die Entwicklungen in Nordkorea und Pakistan zeigen, dass es im Nachhinein praktisch unmöglich ist, eine Weiterverbreitung der Urananreicherungstechnologie rückgängig zu machen,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Urenco betreibt in Deutschland die Urananreicherungsanlage Gronau und entwickelt und baut über die Tochterfirma ETC in Gronau und Jülich die Zentrifugen. Urenco besitzt nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil von ca. 30%. Allein aus Gronau kann jedes 10. AKW weltweit mit angereichertem Uranbrennstoff versorgt werden.
Weitere Informationen:
www.robinwood.de, www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.aku-gronau.de